Aargauer Zeitung 15.09.09

Vier Siege, aber nur drei Titel

Wettingen, Oberrüti und Bözen gewinnen im Vereinsturnen einen Schweizer-Meister-Titel

Eigentlich hätte der Aargau in Lyss vier Titel geholt: Möriken-Wildeggs 1. Rang gilt aber nur als Katego-riensieg, weil in der gemischten Kategorie Trampolin und Pferdpauschen zu wenig Vereine antraten.

Ernst Baumann

Dass den Trampolinspringern Meisterehren vorenthalten wurden, lag daran, dass sich nur vier Teilnehmer in der Kategorie angemeldet hatten. Ein Reglement des Schweizerischen Turnverbandes (STV) besagt, dass nur bei fünf und mehr Gruppen Meister gekürt werden. Das hatte zur Folge, dass die Brack-Truppe › sie zeigte mit 31 Turnerinnen und Turnern auf vier Trampolinen eine spektakuläre Vorführung › quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer Ecke der Sporthalle Grien turnen musste. Auch der STV hat bemerkt, dass es eine verpasste Chance darstellt, solche Auftritte dem sonntäglichen Publikum vorzuenthalten. In Kursen will er nun weitere Vereine dazu bringen, an den Meisterschaften teilzunehmen, damit sich Spitzenvereine nicht mehr mit Kategoriensiegen abspeisen lassen müssen.

Wettingen mit nur einem Titel

Wettingen als Inhaber des Boden-, Schaukelring- und Sprungtitels konnte nur am Boden noch einmal reüssieren. «Mels hatte einen starken Auftritt», analysierte Bodenleiter Dario Meier, «die St. Galler haben sehr solide und synchron geturnt.» Warum Wettingen am Schluss die Nase vorne hatte, wusste er indes nicht: «Wir haben uns keine Fehler geleistet, sie auch nicht.» Stefan Lehman machte keinen Hehl daraus, dass er alle drei Titel hätte erturnen wollen. Er kann aber gut damit leben, dass an den Schaukelringen die Luzerner als Sieger vom Platz gingen: «Die Spitze ist noch dichter geworden», erklärte der Präsident des STV Wettingen, «in den schätzbaren Disziplinen kann sich das Blatt daher schnell wenden.»

Sorgen bereitet ihm allerdings das Sprungprogramm, das hinter demjenigen von Rüti und Luzern eingestuft wurde: «Obwohl die Musikanlage nicht optimal war, müssen wir den Fehler bei uns suchen», meinte Lehmann selbstkritisch.»

Oberrüti holt Titel zurück

Oberrüti konnte Locarno auf der Gymnastikbühne in die Schranken weisen und eroberte damit den Meistertitel von den Tessinerinnen zurück. Die Freiämterinnen mussten sich nur von Röthis geschlagen geben. Da jedoch die Österreicherinnen nicht Schweizer Meisterinnen werden können, gehört der Titel den Oberrütemer Gymnastinnen.

Bözen Meister trotz 2. Rang

Auch die Bözer Turnerinnen durften nicht zuoberst aufs Podest stehen und haben den Meistertitel trotzdem bekommen. Nur Röthis hatte eine noch besser bewertete Gymnastik mit Handgerät gezeigt. Die drei Spezialtrainings, in denen die Bözerinnen nach ihrem Auftritt am Rothrister Cup ihre Unsicherheiten beseitigen wollten, haben Wirkung gezeigt.