Aargauer Zeitung 09.06.2009
Lenzburger turnen an die Spitze zurück
In zwölf Disziplinen gab es Aargauer Meistertitel. Bözen, Lengnau, Sulz und Wettingen holten sich je zwei. Und Lenzburg zeigte sich erholt von der missglückten SM.
Martin Arnold, Jolanda MathysDer Turnverein Lenzburg hat sich erholt von der Schlappe an den Schweizer Meisterschaften. Die Lenzburger, die jahrelang auf das Podest turnten, hatten im letzten Herbst die Vorrunde nicht überstanden. Am Sonntag meldeten sie sich eindrücklich zurück und schlugen Schweizer Meister Wettingen klar.
Das neue Programm überzeugte Publikum und Wertungsrichter. Viele neue Turner verstärken die Riege. Janut Lüscher, der Trainer der Lenzburger, erklärt: «Bodenturner von uns müssen alles können: Akrobatik-Elemente zeigen und Frauen stemmen.»
Die Titelverteidiger sind so gut bestückt, dass sie sogar einen der besten Turner den Gränichern für deren Sprungprogramm ausleihen konnten. Dario Meier, der Leiter der Wettinger, gesteht neidlos ein: «Lenzburg ist weiter im Moment.» Er kennt die Gründe für die Niederlage: «Wir haben ein teilweise neues Programm und vor allem viele junge Turnerinnen und Turner, die zum ersten Mal mitmachen. Unter diesen Umständen war unsere Leistung sogar recht gut.» Nichts schönzureden brauchte Meier an den anderen beiden Geräten: Zwei souveräne Siege für die Einheimischen am Sprung und an den Schaukelringen. Letzterer sogar mit einer grosszügigen Maximalnote 10,0.
Lengnau gewann die Konkurrenz am Barren und in der Gerätekombination. Nach der Führung am Schulstufenbarren nach der Vorrunde war es Oberrüti, das den Surbtalern im Final den Titel noch wegschnappten. Anita Schmid, die Leiterin der Lengnauer: «Am Schulstufenbarren hatten wir einen Sturz und einige Teile verhauen. Dass wir aber am Barren gewinnen würden, war mir sofort nach der Vorführung klar. Unsere Jungs haben super geturnt. In der Gerätekombination hingegen habe ich bis zum Schluss gebibbert, ob es reicht.»
Das hat auch Gabriel Thomann, der mit seinem STV Neuenhof Zweiter wurde. «Wir haben das Programm noch umgestellt nach den Abzügen für die Gestaltung tags zuvor am Lägerncup.» Trotzdem reichte es nicht zum Sieg. Dies wahrscheinlich wegen der vielen Unsauberkeiten bei einfachen Elementen.
Die grossen Abwesenden waren die Aargauer Spitzenvereine im Team-Aerobic. Gränichen, Lenzburg und Eien-Kleindöttingen fehlten › vermutlich untereinander abgesprochen ›, da sie sich noch in der Aufbauphase befänden für die neuen Programme. Der Ausgang war also offen. Dottikon, Schmidrued und Herznach nutzen die Gunst der Stunde und standen in dieser Reihenfolge auf dem Podest. «Im Team-Aerobic ist der Qualitätsunterschied zwischen den Spitzenvereinen und denjenigen im Mittelfeld frappant», sagt Susanne Schär, die Wettkampfleiterin. Sie beobachtet oft mangelnde Grundschulung und unsorgfältige Ausführungen.
Sehr hoch bewerteten die Experten dagegen das Niveau der Bühnengymnastik. Mit Bözen, Oberrüti und Brugg standen drei Schweizer Topvereine in den Finals mit und ohne Handgeräte. Bözen, das an den Schweizer Meisterschaften noch hinter Oberrüti und Brugg klassiert war, holte sich gleich beide Aargauer Meistertitel.

Graziös Bözen holte sich die Meistertitel in der Bühnengymnastik mit und ohne Handgeräte