Argovia on Air Party in Bözen!
Zeitungsbericht:
Christine warf den Festmotor an
Bözen Mitten in die Beschaulichkeit der Sommerferien-Zeit platzte die Nachricht: Der Argovia-Ballon ist hier gelandet. Die Vorzeichen standen eigentlich ungünstig. Ratlosigkeit, Gleichgültigkeit, Ablehnung wurden im Dorf geäussert. Doch dann ging buchstäblich ein Ruck durch Bözen, und innerhalb weniger Stunden «stand» ein stimmungsvolles Sommernachtfest.
Der erfahrene Radiomann Jürgen Sahli brachte die Sache auf den Punkt: «Es ist hier nicht anders als andernorts. Immer und überall hängt es im Grunde an einer einzigen Person oder an einer ganz kleinen Gruppe, ob etwas zustande kommt oder nicht.» Diese Einzelperson war am vergangenen Freitag die Söhrenhof-Bäuerin Christine Amsler. Während ihr Mann Hans mit dem Einbringen von Stroh beschäftigt war, warf sie sozusagen im Alleingang den Festmotor an. «Dabei kam mir natürlich zugute, dass wir über einige Erfahrung in der Durchführung solcher Veranstaltungen und auch über die notwendige Infrastruktur verfügen», sagt sie bescheiden. Aber es war doch eindrücklich, was hier innert kürzester Zeit möglich wurde, denn bereits am Abend um 18 Uhr lehnte Christine Amsler locker am Tresen und sagte: «Von mir aus kanns losgehen.»
Roland, Vreni und Noldi
Längst sind Mitglieder der Männerriege eingetroffen; sie kümmern sich um das Parkier-Regime. Gleichzeitig richtet die Damenriege im hintern Teil des Geländes eine Bar ein. Der Grill ist angefeuert, Kinder und Jugendliche schleppen noch irgendwelche Kistchen und Harassen über den Platz, das Dessertbuffet wird komplettiert, Chästhal-Metzger Marcel Spielmann schnürt sich die Schürze um. Die ersten Gäste stellen sich ein.
Anfänglich ist alles noch leicht überschaubar. Bekannte treffen sich, und es entstehen Kontakte zwischen wildfremden Menschen. Heimwehbözer Roland aus Schwaderloch hat sich eingefunden, Thilo und Goran aus Umiken sind ebenfalls auf dem Platz, und als wohl am weitesten Hergereiste eine junge Frau aus Rumänien › sie ist hier allerdings bei einem Freund zu Besuch.
Das Getümmel nimmt zu. Vor dem Grillplatz bildet sich eine lange Schlange. Inzwischen laufen die ersten Interviews. Gemeindeammann Verena Erb schickt einen Werbespot über Bözen in die Lande und versäumt es nicht, auf das Festjahr 2009 hinzuweisen, wenn Bözen sein 725-Jahr-Jubiläum feiern wird.
Dann ist «Noldi von Effingen» dran, der an diesem Tag seinen Polterabend feiert. Er hat sich in voller Snowboard-Montur eingefunden, was einen Zaungast zur Bemerkung führt: «Man muss sich nur ein wenig ausgefallen kleiden, und schon sitzt man vor dem Mikrofon.»
Insgesamt mögen es weit über 300 Personen sein, die den Weg auf den Söhrenhof gefunden haben. Am spätern Abend bietet die Gymnastikgruppe noch eine Einlage, auf bemerkenswertem Niveau, trotz reduziertem Bestand und ungünstige äusseren Bedingungen.
Auf dem Söhrenhof werden Finnenkerzen angezündet. Es ist immer noch warm. Das Leben fliesst.
Original Zeitungsbericht mit Fotos