Theater 2008 - Der verkaufte Grossvater

--> Flyer
--> Fotos von den Vorbereitungen
--> Fotos Theater

Zeitungsbericht

Ruedi ist Sämi und der ist Heiri

Die Theatergruppe präsentiert das Lustspiel «Der verkaufte Grossvater».

Was die Laienschauspieler der Theatergruppe Bözen leisten, ist beachtlich: Trotz der Länge des Stücks haben sie ihre Rollen im Griff; sie bieten mimisch Erstaunliches, und sie halten die Spannung jederzeit hoch.

Und hier sind sie, die Schauspielerinnen und Schauspieler: Grossvater Bühler (Christof Gärtner) treibt seine Umgebung mit seinen Streichen und seinem unbeholfenen Tun buchstäblich zur Weissglut. Aber er hat ganz bestimmte Absichten . . . Vater Bühler (Michael Winter) steckt in der Klemme. Ihn plagen der Grossvater und drängende finanzielle Probleme. Da kommt das Angebot des reichen Schnurrenberger gerade recht. Sohn Heiri Bühler (Marco Liebhardt) ärgert sich auch über den Grossvater, aber da ist ja noch Eva Schnurrenberger, die er sich gerne einmal anschauen würde. Und dann kommt das Glück gleich im Multipack. Marie, die Magd (Claudia Busslinger), hat endgültig die Nase voll: Der Grossvater hat ihr eine tote Maus ins Bett gelegt! Marie kündigt und lässt sich bei Schnurrenbergers anheuern. Der reiche Schnurrenberger (Peter Amsler) hat grösstes Interesse am Grossvater und ist bereit, einige fette Scheinchen für ihn hinzublättern. Was führt er im Schilde? Und weshalb nur spielt der Grossvater bei diesem Handel so bereitwillig mit? Hanna Schnurrenberger (Alexandra Berner) fällt nicht gerade durch übertriebene Sanftmut auf. Aber seltsam: Dem Grossvater gegenüber zeigt sie sich von der sanftesten Seite und liest ihm alle Wünsche von den Augen ab. Tochter Eva Schnurrenberger (Tanja Steinmann) ist ein unkompliziertes, fröhliches Mädchen, das sogar den Grossvater besänftigen kann. Nach der Begegnung mit dem jungen Bühler weiss sie, was sie will, und sie lässt sich durch nichts davon abbringen. Köbel, der Knecht (David Simon), hilft und verwirrt gleichzeitig, so etwa bei den Namen: Heisst Heiri Bühler nun Sämi oder Ruedi oder Sämi Ruedi oder wie oder was?

Anspruchsvolle Aufgabe

Regisseurin Vreni Liebhardt hat kein einfaches Stück gewählt. Allein schon die Dauer des Dreiakters und die damit verbundene Gedächtnisleistung der Spieler nötigt Respekt ab. Dazu kommt, dass sich die ganze Handlung in den beiden Stuben von Bühlers und Schnurrenbergers abspielt, was einerseits einen Totalumbau nach dem ersten Akt notwendig macht und anderseits die gestischen Möglichkeiten der Darsteller begrenzt. Trotz alldem gelingt es der Truppe, die Spannung hochzuhalten, die Pointen gekonnt zu platzieren und so beste Unterhaltung zu bieten. Und auch die Leistung der Küche, des Service und des Musik-Duos muss hier gewürdigt werden.

Peter Belart