Theater 2006 - Liebi met Blächschade
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Zeitungsbericht
«Da steckt doch etwas dahinter!»
Die Theatergruppe bot mit ihrem Lustspiel «Liebi mit Blächschade» beste Unterhaltung.
Peter Belart
Im «Bärghof» geht alles drunter und drüber. Toni Hintermann behauptet, er habe sich beim Rasieren an der Stirne geschnitten und erst noch eine tüchtige Beule geholt. Und er will absolut nicht, dass jemand in die Garage geht . . .
Toni Hintermann hats kalt erwischt. Weil er auf der Heimfahrt der attraktiven Autostopperin «Babsy» (Sarah Wächter) und ihrem tiefen Décolleté allzu viel Beachtung schenkte, setzte es einen kleineren Blechschaden ab. Und das passiert ausgerechnet ihm, der sich selbst als exzellenten Fahrer ausgibt. Wenn das auskommt! Welche Blamage! Zum Glück hat er im Wirt Max Wiesner einen verlässlichen Freund, der um gute Ideen nicht verlegen ist. Die Sache wird aber noch verzwickter, denn Tonis Ehefrau Marianne, die das Auto heimlich aus der Garage geholt hatte, verursacht ihrerseits - ohne den bereits bestehenden Schaden zu bemerken - eine zweite Kollision. Was tun? «Man muss den Männern nicht immer alles auf die Nase binden.» Auch sie hat Glück: Der gewiefte Garagist Fritz Hämmerli (Philipp Heuberger) erklärt sich bereit, die Sache in einer Nachtschicht wieder auszubeulen und in Ordnung zu bringen. Das veranlasst Marianne, ihm am Telefon zu danken: «Du bist wirklich ein Schatz.» Eine Äusserung, die nun wieder Toni ganz falsch interpretierte . . .
Das alles ginge ja noch, wenn da nicht plötzlich die Autostopperin «Babsy» auftauchen würde. Um Bert, den jungen «Bärghof»-Bauern (Peter Amsler), ists geschehen. Er verliebt sich Hals über Kopf. Und Mariannes Schwester Greti (Alexandra Berner) hat ihre Affäre mit dem Garagisten Fritz offenbar noch nicht ganz vergessen. Sie behauptet zwar: «Fritz muss sich bei mir gaaar keine Hoffnungen machen», aber man nimmt ihr das nicht so recht ab.
Stück um Stück kommt die ganze Wahrheit an den Tag. «Es gibt ja schon Sachen, die gibts gar nicht!»
Blick in den Spiegel
Die Bözer Theatergruppe bietet einmal mehr hervorragende Unterhaltung. Es gelingt den Laienschauspielern, die ihnen anvertrauten Charaktere so lebendig zu geben, dass man als Zuschauer die kleinen Ränkespiele und Notlügen einfach sympathisch findet. Möglicherweise glaubt man sich auch selbst in der einen oder andern «Notsituation» zu erkennen und man weiss ja nur allzu gut um menschliche Schwächen. Genau das macht ein gutes Theaterstück aus: Es erscheint fantasievoll konstruiert und ist einem doch ganz nahe und vertraut.
Toni (Martin Heuberger, links) und Max (Reto Pfister) hecken etwas besonders Schlaues aus.
All die Verwicklungen und Anschuldigungen treiben Marianne (Sonja Büchli) fast zur Verzweiflung.
Weitere Aufführungen am 6., 7. und 14. Januar. Reservationen unter Tel. 062 876 12 15 (Mo/ Mi/Fr von 18.00-19.30 Uhr). Festwirtschaft, Kaffeestübli, Barbetrieb, Tombola. Gratis-Heigo-Taxi ab 01.00 Uhr.