Theater 2004 - Chaos im Penthuus
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Zeitungsbericht
Bözen: Verdienter Applaus für die Theatergruppe
Ein «Mann vieler (Frauen)Leben» in arger Bedrängnis
Ausgesprochen beschwingt begann das neue Jahr in Bözen. Nämlich mit der Premiere der Komödie «Chaos im Penthuus».
Freund Roger Meier (Christian Probst) hats schon immer prophezeit: Das kann nicht gut gehen. Zu bunt treibts der lockere Nik Keller (Martin Heuberger) mit seinem Liebesleben. Sogar Hausverwalter David Maruna (Christof Gärtner), der es selber faustdick hinter den Ohren hat, wundert sich ob des Gedränges auf dem kellerschen Privatparkplatz. Kaum ist die eine Dame aus dem topmodisch eingerichteten Penthäuschen verschwunden, kündigt sich bereits telefonisch die nächste an. Nur für seine Mitbewohnerin, die patente Annika Gasser (Tamara Killer), hat Nik keine Augen. «Nik findet mich schon wahnsinnig lässig», klagt sie Roger. «Aber leider nur als Mitzahlerin, Putzfrau und seelische Müllkippe». Aber sie ist überzeugt: «Nik ist der Mann meines Lebens.»
«Chaos im Penthuus», ein Dreiakter von Claudia Gysel, wäre aber nicht eine Komödie, wenn sich die Schlinge um Niks Hals nicht schnell und zudem eng – sehr eng sogar – zuziehen würde. Den guten Nik pl agen tatsächlich allerhand Sorgen: Ein Anruf aus dem fernen Australien treibt ihn um. Von dort hat sich nämlich eine «Verflossene» namens Kiki gemeldet, Sie will ihn, nach neunmonatiger Abwesenheit, mit einer Überraschung beglücken. Was das bloss sein mag? Und da taucht auch noch dieser penetrante Hausverwalter auf. Der lädt nicht bloss Annika zum 23. Male zu Pizza und Kinobesuch ein – und handelt sich prompt ihre 23. Absage ein. Beiläufig macht er Nik darauf aufmerksam, dass die moralgestrenge Vermieterin sich auf Inspektionstour befindet. Zudem – man ahnt das ja schon – nahen Verehrerinnen Niks. Nämlich die flotte Springreiterin Sabrina Spring (Alexandra Berner), die ihrem «Niki-Boy» liebevoll zuredet, wie einem lahmenden Gaul, und die weltgewandte Flight-Attendant Tanja Schwarz (Valerie Bossart), die sich buchstäblich gegen den Hausverwalter zu Nik durchkämpft. Und dann erscheint auch, handtaschenschwingend, Hausbesitzerin Lotti Müller (Claudia Busslinger), ein recht adre tter «Drachen» im schwarzen Deux-pièces mit pelzbesetzem Krägelchen, der gegen das «Sodom und Gomorrah» in seinem Penthaus zu Felde zieht. Und es taucht, zu unguter Letzt, Kiki Fortuna (Julia Steinmann) auf. «Ich bin nicht verflossen, ich bin höchst gegenwärtig», warnt sie. Was Nik sinnieren lässt: «Die Flugzeuge werden auch immer schneller.»
Etwas unkoordinierte «Rettungsaktionen» von Nik und vom Hausverwalter bringen Annika in eine Doppelrolle, in die sie sich zwar einerseits sehnt, mit der sie anderseits aber auch rein gar nichts anfangen kann. Kurz: Im Penthaus herrscht das reine Chaos. Wie das wohl ausgehen mag? Ob alle das erhalten, was sie sich erhoffen, respektive was sie verdienen? Das sei nicht verraten. Man kann sich das vorspielen lassen von der Bözener Theatertruppe, die unter der Regie von Christine Basler in dieser Komödie alle Register zieht und die dafür an der Premiere grossen und spontanen Applaus einheimsen durfte. (mz/lp/cze)(lp)
«Chaos im Penthuus» Turnhalle Bözen. 3., 9. und 10. Januar (20 Uhr). Reservationen unter Telefon 062 876 12 15 (Montag bis Freitag, jeweils 18.45 bis 20 Uhr).